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Die Lange Nacht der Kryptographie – Ein Abend über Datenschutz und voller Geheimnisse

Am 08.02.2019 strömten einmal wieder 150 Schülerinnen und Schüler, aber auch Erwachsene ins Gymnasium Ottobrunn. Der Grund seinen Freitagabend dort zu verbringen, mag auf den ersten Blick überraschen, denn das Motto war: „Wir müssen über Ihre Daten reden!“

Die Gäste erhielten zuerst einen Einblick in die Kryptographie – die Kunst, Nachrichten zu verschlüsseln. Aber was wäre ein Schulveranstaltung ohne aktiven Eigenanteil! Aus diesem Grund ging es im Anschluss in kryptographisch eingerichtete Räume: in einem Raum waren die acht Nachrichten versteckt, die nur mit Kombination aus Gegenständen in den unterschiedlichen Ecken im Raum enträtselt werden konnten. Dann gab es selbstverständlich einen Raum, in dem man sich selbst als Codeknacker versuchen konnte. Digitales gehört auch dazu –im Computerraum erstellten die Schülerinnen und Schüler ein Tabellenkalkulationsdokument, welches beliebige Nachrichten verschlüsselt. Doch wozu ein Passwort merken, wenn man auch mit seinen biometrischen Körpermerkmalen Dateien verschlüsseln kann, wie mit dem Fingerabdruck, oder der Iris, ja sogar mit dem Verlauf der Venen unter der Haut? Warum dies keine gute Idee ist, konnte man in einem Video von dem berühmten Biometrie-Hacker „Starbuck“ erfahren. Das Highlight war jedoch ein originalgetreuer Nachbau der NeMa, einer der Enigma sehr ähnlichen Schweizer Verschlüsselungsmaschine aus der Zeit des 2. Weltkrieges. Diese wurde nicht nur in einem Raum mit historischem Material rund um die Verschlüsselung ausgestellt, sondern jeder, der wollte, konnte Hand anlegen und seine Nachricht ver- bzw. entschlüsseln.
Nachdem sich alle praktisch mit der Kryptograhpie beschäftigt hatten, gab es zwei hochkarätige Vorträge. Es begann Tobias Schrödel, der als Hackercomedian bekannt ist und unter anderem die Bücher „Der digitale Tod“ und „Ich glaube es hackt!“ veröffentlicht hat. Er zeigte dem Publikum nicht nur, wie einfach Passwörter ins Darknet gelangen oder wie ein Virus das Aussehen einer unschuldigen Bilddatei erhält, sondern auch, wie sprechendes Spielzeug Kinder dazu verleitet, Verbrechern Zugang zur Wohnung zu gewähren. Gerade die Leichtigkeit, die er demonstrierte, versetzte das Publikum in Staunen und gab damit einen Anstoss private Daten(-verbindungen) zu schützen.
Direkt im Anschluss folgte Klaus Schmeh, der Autor, der weltweit die meisten Veröffentlichungen zum Thema „Geschichte der Kryptographie“ verfasst hat und einen lebendigen Blog dazu leitet. Sein Vortrag begann damit, dass er die größten kryptographischen Rätsel der Geschichte vorstellte, angefangen beim Voynich Manuskript. Überdies gab er einen satirischen Einblick zu einem seiner Besuche bei der NSA und amüsierte das Publikum mit Sicherheitslücken in Unternehmen.
Nach einer weiteren Workshoprunde war Mitternacht nicht mehr fern, aber einige Schülerinnen und Schüler hatten immer noch nicht genug und blieben zum Podcast zu sicheren E-Mails. Am Expertentisch war noch ein Stuhl frei. Auf diesen konnten sich Schülerinnen und Schüler setzen, um den Referenten ihre Fragen zu stellen. Und der Stuhl war begehrt: Frage um Frage wurde gestellt, tiefgreifende und fundierte Fragen! Die Referenten antworteten begeistert. Beeindruckend, wie dieses Thema beschäftigt. Wegen technischer Probleme wird dieser Podcast zwar nicht im Audioformat erscheinen, aber in naher Zukunft als Transskript.
Wir danken allen Gästen für die Begeisterung und das Interesse, ohne die diese Veranstaltung niemals die Dynamik erreicht hätte. Bis zum nächsten Mal und: kommunizieren Sie sicher!

Felix Brüstle und Peter Brichzin

 

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