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Überfüllung und Aufnahme des 2. Bauabschnitts 1971/72

Als 1971/72 die Gymnasiasten schließlich ihr erstes Jahr im neuen Schulgebäude verbrachten, war jenes bereits mit den drei existierenden Jahrgangsstufen fünf mit sieben voll belegt. Pro-gnosen laufen an und spucken Zahlen bis zu 3.500 Schüler im Endausbau aus — die Planungen belaufen sich auf ein Viertel dieser Zahlen! Der Gemeinderat beschließt die sofortige Aufnahme des 2. Bauabschnitts .
1972/73 wird nach der Fertigstellung des 2. Bauabschnitts das Gymnasium feierlich unter Beisein des Kultusministers Prof. Dr. Hans Maier eingeweiht. Von Harmonie und Ruhe kann jedoch nicht die Rede sein: Die Schüler- und Klassenzahlen überschreiten bei 1.150 Schülern und 32 Klassen bereits mit vier Jahrgangsstufen die Sollzahl für den Endausbau des Gymnasiums um 250 Schüler und 7 Klassen. Und die Progno¬sen weisen gar auf eine Überbelegung um 550 Schüler und 16 Klassen hin — beinahe ein neues Gymnasium, das dann in das Gymnasium Ottobrunn hinein passen würde. Die Folge wird wohl, so spekuliert man, die Auslagerung von Klassen oder Schichtunterricht sein.

Entlastung: Bau der Realschule und des Gymnasiums Neubiberg
Die Hoffnung: Am 30.6.1973 wird der Zweckverband "Staatliche weiterführende Schulen im Südosten des Landkreises München" gegründet, in dem jetzt nicht nur Ottobrunn und der Landkreis München, sondern auch zehn weitere Gemeinden sitzen. Nicht nur, dass das Gymnasium Ottobrunn von diesen zehn Gemeinden jetzt mit nachfinanziert und getragen wird, es wird auch 1973/74 mit der Realschule Neubiberg und nur wenige Jahre später mit einem weiteren Gymnasium dauerhafte Entlastung geben. Diese kommt jedoch – am Bedarf gemessen – einige Jahre zu spät.
Die Realschule Neubiberg befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Bau und konnte bald ihren Betrieb aufnehmen. Schüler mussten damit nicht mehr den unangemessenen Umweg über das Gymnasium nehmen, falls sie die mittlere Reife wollen. Was nun aber mit all den Abiturwilligen passieren sollte, stand Anfang des Jahres noch in den Sternen. Der Elternbeirat und der Lehrerrat verabschiedeten eine Resolu¬tion, auf dass schnell ein neues Gymnasium gebaut wird; der Förderverein forderte für jenes gleich günstige Verkehrsanbindungen, eine kurze Bauzeit und eine Lage im Hauptbedarfsgebiet. Es befriedigt angesichts dieser Forderungen nicht jeden, dass das neue Gymnasium im Zentrum Neubibergs weitab von der S-Bahn liegen wird und erst '76 seinen Betrieb aufnehmen können wird.
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