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ROBOGO beim Weltfinale in Montevideo/Uruguay

Das FLL-Team ROBOGO ist vom Weltfinale in Südamerika zurück. Im Gepäck: ein erster Preis für Robotdesign/Strategy and Innovation. Hier können Sie die Erlebnisse des Teams nachlesen:

Team mit Buchstaben Montevideo.jpgDrei Tage nach dem Europafinale stand das Ziel fest: Montevideo. Zunächst wusste niemand so genau, wo Montevideo überhaupt liegt. Südlich von Brasilien, in dem kleinen Land Uruguay, über 12000 km von Deutschland entfernt, von dem wir bisher eigentlich nur wussten, dass sie im Fußball immer wieder Weltmeister werden, obwohl sie nur 3 Millionen Einwohner haben.
Nun mussten wir eine Reise dorthin planen, mit unserem Team ROBOGO, 7 Schülern aus Klasse 7 bis 12. Zwei von ihnen steckten mitten im Abitur, deswegen waren auch die möglichen Reiseziele zu den anderen Weltfinals, zu denen wir zugelassen waren – Izmir, Detroit, Beirut – für uns keine Option, da sie mit den Abiturterminen kollidiert hätten.
Los ging es 27. Mai, direkt nach den letzten Prüfungen von Lucas und Fridolin, die freundlicherweise von den Oberstufenbetreuern extra auf den Montag vorgezogen wurden. Um 15.30 Uhr trafen wir uns und fuhren mit der S-Bahn zum Flughafen. Wir flogen zunächst nach Madrid. Dort trafen wir schon ein FLL-Team aus Israel und das zweite deutsche Team, die Indabots aus Aachen, mit denen wir schon im Vorfeld Kontakt aufgenommen hatten. Um Mitternacht startete der 13-Stunden-Flug nach Montevideo.DSC06365.JPG
Alles klappte wie am Schnürchen, unser Team wurde am Morgen vom gebuchten Shuttledienst am Flughafen abgeholt und ins Hotel Tres Cruces gebracht. Danach hatten wir gerade noch Zeit, die Zimmer zu beziehen und im nahegelegenen Einkaufszentrum etwas zum verspäteten Frühstück bzw. vorgezogenen Mittagessen zu finden, dann begann die vierstündige Stadtrundfahrt, die wir zusammen mit den Indabots gebucht hatten. Matias, unser Guide, sprach glücklicherweise deutsch und erklärte uns sehr interessant die Sehenswürdigkeiten Montevideos und gab uns 04 1.Tag Besichtigung Montevideo (16).JPGeinen Überblick über die Geschichte Uruguays. An mehreren Stellen gingen wir ein Stück zu Fuß, vor allem auch durch die Altstadt. Matias hatte seine guten Deutschkenntnisse von einer deutschen Mutter und dem Besuch der deutschen Schule in Montevideo. Am Mittwoch, unserem zweiten Tag in Uruguay, brachen wir früh auf, um - wieder zusammen mit dem Team Indabot - das Weltkulturerbe-Städtchen Colonia del Sacramento, der ersten Siedlung der Europäer (zunächst PortugieseColoniaDelSacramento (4).JPGn) in Uruguay zu besichtigen. Sowohl Montevideo als auch Colonia liegen am Rio de la Plata, der dort fast wie ein Meeresarm wirkt. Colonia liegt direkt gegenüber von Buenos Aires, 45 km entfernt, durch den Rio getrennt. Die nette deutschstämmige Führerin zeigte uns die geduckten kleinen Häuser in den wenigen Sträßchen der ersten Siedler von 1730 und erzählte uns, wie die Herrschaft über Colonia zwischen Portugiesen und Spaniern immer wieder hin- und herwechselte. Am Ende des Tages stiegen wir noch auf den Leuchtturm, konnten die kleine Stadt von oben sehen und im Dunst die Silhouette von Benos Aires erkennen.


DSC06383.JPGDie nächsten drei Tage waren dann natürlich die aufregendsten, da an diesen der Wettbewerb stattfand. Am ersten Tag bauten wir unsere Pit in der Antel-Arena auf, einer großen Halle, die sonst für Basketballspiele und Konzerte genutzt wird. Unsere Nachbarn zur einen Seite waren die Indabots, die wir ja schon kannten, und zur anderen Seite das Team Fusion aus Guatemala. Gegenüber zogen Israelis und Brasilianer ein. Wir hingen unser Teambanner und die deutsche und bayrische Fahne auf, und dekorierten die Pit mit einem Lebkuchenherz und einem bayrischen Löwen aus Schokolade. Für die anderen Teams hatten wir Buttons mit dem Logo von ROBODSC06359.JPGGO mitgebracht und boten Salzbrezeln und Gummibärchen an. Außerdem hatte das Team einen Quiz erstellt: Auf dem Display eines Legoroboters wurden verschiedene Fragen zu Deutschland gestellt. Bei richtiger Beantwortung warf der Roboter ein Kaubonbon aus. - Beim Auspacken der Aufsätze stellte sich leider heraus, dass beim Transport doch einige Aufsätze kaputt gegangen waren, die nun wieder möglichst richtig zusammengesetzt werden mussten. Am ersten Tag fanden zunächst mehrere Testrunden statt. ROBOGO hatte – wie die meisten anderen Teams auch – zunächst große Schwierigkeiten mit dem Rangieren auf der Spielmatte, da die Abstände zu den Außenwänden anders als bei uns waren und die Tische zusätzlich nicht ganz gerade standen. Und es war auch schwieriger als gedacht die Aufsätze wieder richtig zusammenzubauen – ganz hat es wohl nicht geklappt, sodass manche Missionen nicht mehr gelöst werden konnten. Immerhin steigerte sich die Punktzahl von Runde zu Runde, blieb aber weit unter dem erwünschten Ergebnis und das Team war etwas unzufrieden. Aber das hielt nicht lange DSC06343.JPGvor, denn die Stimmung in der Halle war super, die Schüler schaute sich die anderen Stände an, unterhielten sich mit den anderen Teams, auf Englisch natürlich, und erklärten immer wieder ihre Forschungspräsentation oder die großen Aufsätze und die Konstruktion des Roboters vorbeischauenden und interessierten Besuchern der Pit. Und der Spaß und die Freude beim Weltfinale zu sein, standen im Vordergrund.
Am zweiten Tag ging der Wettbewerb dann richtig los. Robotdesign wurde bewertet, da hatte das Team gleich ein gutes Gefühl, da der Judge das Programm und den Roboter ziemlich „cool“ fand. Dann folgten die Forschungspräsentation und Core Values. Zwischendrin fanden die drei Robotgame-Runden statt. Immerhin gelang es ROBOGO, die Punktzahl von 80 in der ersten Runde auf 228 und schließlich 232 in der dritten Runde steigern. So erreichten sie den 14. Platz unter den 66 Teams, damit lagen sie unter den besten 25%! Angesichts der schwierigen Bedingungen ein sehr tolles Ergebnis. Am Spätnachmittag fand dann noch die Teamparty mit den ca. 500 Jugendlichen statt.
Am dritten Tag gab es noch eine zusätzliche Robotgamerunde, die zwar nicht in die Gesamtwertung einfloss, für die aber trotzdem einen Award vergeben wurde. Immer zwei Teams bildeten eine Alliance und starteten gleichzeitig beim Robotgame. Anschließend wurde die Punktzahl von beiden zusammengezählt. ROBOGO kam mit ProfessoriUM, einem russischen Team, zusammen. Bei diesem Lauf fuhr ROBOGO sein bestes Ergebnis in Uruguay ein, 340 Punkte!
Am NachDSC06375.JPGmittag fand dann endlich die Siegerehrung statt. Ob ROBOGO wohl auch einen Award bekommen würde? Die Konkurrenz war ziemlich groß. Vor allem die brasilianischen Teams waren sehr stark. Alle Teammitglieder waren sich einig: wenn überhaupt, dann würde es ein Award in Robotdesign. Denn es wären“ viele coole Dinge in ihrem Programm“, fanden die Programmierer des Teams. Dreimal waren im Laufe des Vormittags Juroren an den ROBOGO-Stand gekommen und hatten sich die Programmierung und die Bauweise der Aufsätze erklären lassen. Auch viele andere Teams hatten sich für den Roboter und die Aufsätze interessiert, fotografiert und in Englisch oder von Fridolin in Spanisch erklären lassen! Schließlich war es so weit: Nach der Vergabe der Teilnehmermedaillen wurden die Awards verliehen. UAwardverleihung.JPGnd wirklich: ROBOGO wurde für einen Award auf die Bühne gerufen! Zuerst verstanden wir Coaches, dass es ein 3. Preis in Forschung war, und waren etwas verwundert, aber freuten uns natürlich sehr. Aber dann stellte sich heraus: es war die Kategorie „Strategy and Innovation“, und es war ein erster Platz! Super! Wir waren alle sehr zufrieden.
An diesem Abend war die Stimmung recht ausgelassen. Zur Feier des Erfolges fuhren wir mit drei Taxis zu einem Restaurant in die Innenstadt, ließen uns die guten südamerikanischen Steaks schmecken und den Abend fröhlich ausklingen.
Am Sonntag schauten wir uns Montevideo auf eigene Faust an. Im Museo Naval, einem Museum über die Schifffahrt und Marine von Uruguay sahen wir eine Nachbildung der Santa Maria und lernten etwas über die „Graf Spee“, ein deutsches Kriegsschiff aus dem zweiten Weltkrieg, das sich im IMG_2215.jpgRio de la Plata gesprengt hatte, da es keine Chance mehr sah, das Gefecht gegen die Briten zu gewinnen. Die Besatzung war vorher von Bord gegangen, viele haben in der Nähe von Buenos Aires gesiedelt. Wir spazierten anschließend über den breiten schönen Sandstrand Los Pocitos von Montevideo, bummelten durch die Altstadt, trafen uns in den Markthallen mit den Indabots zum Essen. Wer weiß, vielleicht sehen wir das nette Team aus Aachen ja irgendwann in einem FLL-Wettbewerb wieder!
Und damit war unsere große Reise auch zu Ende. Am Dank an die Spender.JPGnächsten Morgen flogen wir – wieder über Madrid – nach München zurück. Was für eine ereignisreiche Woche lag hinter uns allen. Viele Eindrücke haben wir gesammelt, die uns noch lange begleiten werden, und neue Freunde gewonnen.
Danke an alle finanziellen Unterstützer, ohne die dieses Erlebnis nicht möglich gewesen wäre.
 

Barbara Knopp und Gabriele Eggers

 

 

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