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Infoabend zum Thema Essstörungen

Anlässlich der diesjährigen Woche der Gesundheit und Nachhaltigkeit bekam das GO Besuch von Frau Dr. Karin Lachenmeir, Leiterin des Therapiecentrums für Essstörungen (TCE) sowie von zwei ihrer Patientinnen.

Frau Dr. Lachenmeir berichtete, dass Essstörungen heimliche Krankheiten seien und es sehr wichtig sei, Betroffenen aus der Heimlichkeit herauszuhelfen. Sie informierte über verschiedene Arten von Essstörungen, deren Häufigkeit und Symptomatik sowie den Therapieansatz des TCE, einer Tagesklinik mit therapeutischen Wohneinheiten.
Infoabend Essstörungen (TCE) 16.10.2018

Allen Essstörungen gemeinsam ist, so Frau Dr. Lachenmeir, eine übermäßige Bewertung von Figur und Gewicht und das Streben nach Kontrolle über den eigenen Körper. Betroffene zeigen in der Regel Körperbildstörungen, sie nehmen den eigenen Körper ganz anders wahr als er tatsächlich ist. Die Auslöser sind vielfältig. So spielen biologische (genetische Vorbelastung), individuelle (z. B. geringes Selbstwertgefühl, hohe Leistungsansprüche), familiäre (z. B. Umgang mit Konflikten, Essverhalten der Eltern) und soziokulturelle Faktoren (z. B. durch die Medien propagierte Schlankheitsideale und gleichzeitige Allgegenwärtigkeit von Fast Food) eine Rolle. Warnzeichen können eine verstärkte Beschäftigung mit der Ernährung, Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen, Stimmungsveränderungen, Gewichtsveränderung, verstärkte Leistungsorientierung und sozialer Rückzug sein. Viele dieser Anzeichen können Bestandteil einer normalen Pubertät sein, zeige sich aber eine Entwicklung mehrerer Warnzeichen über einen längeren Zeitraum, so rät Frau Dr. Lachenmeir dazu, das Thema anzusprechen. Hierbei ist es wichtig, sich nach dem Befinden zu erkundigen, die eigenen Beobachtungen zu beschreiben und Sorgen auszudrücken sowie in ernsten Fällen auch Maßnahmen wie einen Arztbesuch oder die Einweisung in eine therapeutische Klinik zu ergreifen und dies den Betroffenen auch klar darzulegen. Oft würden erste Gespräche abgeblockt, davon solle man sich aber nicht entmutigen lassen. Die beiden Patientinnen schilderten aus eigner Erfahrung, wie wichtig es sei zu spüren, dass jemand Anteil nimmt, „hinter einem steht“ und durch den langen Weg der Therapie begleitet. Eine Therapie könne aber nur dann Erfolg haben, wenn die Betroffenen selbst dazu bereit seien. Durch das Vorlesen von Texten gaben die zwei jungen Frauen Einblick in die Gedankenwelt einer schwer an Bulimie (Ess-Brechsucht) erkrankten und schließlich auf dem Weg der Genesung befindlichen ehemaligen Patientin des TCE. Die sich anschließende ausgedehnte Fragerunde zeigte, wie sehr das Thema in den Köpfen des Publikums arbeitete.

Das GO bedankt sich ganz herzlich für diesen informativen und interessanten Abend.

Weiterführende Informationen und Anlaufstellen:

https://www.tce-essstoerungen.de

https://www.therapienetz-essstoerung.de/

https://www.cinderella-beratung.de/

https://www.caritas-nah-am-naechsten.de/fachambulanz-tvs-muenchen/fachambulanz-fuer-essstoerungen-muenchen

https://www.anad.de/
 

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